SOLOTHURN

Gastkünstlerin setzt Skulpturen in völlig ungewohnten Umgebungen aus

 
 
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Wirft man einen Blick auf das künstlerische Schaffen von Daniel Kyong, so scheint die Südkoreanerin eine intuitive Ahnung zu haben, dass das Leben auf der Erde im Meer seinen Anfang nahm. So schweben Aale und Tintenfische, Quallen und Kugelfische, manchmal auch Meerjungfrauen scheinbar schwerelos als Skulpturen im Medium Luft, fast so, als täten sies in ihrem zugedachten nassen Element.

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Die 37-Jährige bewohnt für die kommenden Monate das Künstleratelier des Alten Spitals und lässt sich von der hiesigen Umgebung bei ihren Arbeitn inspirieren. Und man darf den Veranstaltern des Gastkünstler-Aufenthalts glauben, wenn sie betonen, dass Arbeiten wie jene von Kyong in den Räumlichkeiten des Alten Spitals noch nie gesehen und geschaffen wurden.

Mit Epoxidharz, Acrylplastik, Knetmasse aus Polymer-Lehm oder anderen Materialien schafft Kyong Wasserwesen, die aber genauso gut von einem fernen Planeten stammen könnten. Fischen aus der Tiefsee verpasst die Künstlerin grelle Farben, die die Evolution den Bewohnern dieses dunklen Milieus bisher verwehrt hatte.

Gelbe Wale in der Wüste

Auch setzt sie ihre Skulpturen in völlig ungewohnten Umgebungen aus. In Kyongs Installationen werden die Exponate oft vor fotografischen Digitaldrucken aufgehängt: gelbe, belugaähnliche Wale schwadronieren so durch Wüstenlandschaften, gekrönte Stachelrochen schweben durch einen Barocksaal und Oktopusse schmiegen sich an Stöckelschuhe und Spielzeugautos – nicht zuletzt in der Sehnsucht an ein Umfeld, das ihnen eigentlich nicht zugedacht ist.

Und manchmal sind nur vertraute organische Formen, biologische Merkmale oder kulturelle Ikonen in Kyongs Wesen erkennbar. Beispielsweise das Barbiegesicht, das dem Seestern aufgesetzt ist.

Jüngere Werke der Südkoreanerin sind durch das Motiv von pinkfarbenen Muränen oder Aalen gekennzeichnet, ebenfalls gekrönt und in Sakralräumen ausgesetzt. «Ich erzähle mit meinen Werken Geschichten», sagt Kyong. In diesem Fall geht es konkret um einen Aal, der sich selbst zum Gott erhebt und sich eine Plastikkrone aufsetzt, aber in seiner täuschenden, falschen Göttlichkeit nicht enttarnt wird. Ebenso beabsichtigt Kyong, Quallenskulpturen zu schaffen.

Zunächst als Designerin für Special-Make-Up-Effekte in der Filmbranche tätig, wurde sie auch bei der Gestaltung von Erlebnispark-Charakteren aktiv. Der Weg führte schliesslich hin zur heutigen Tätigkeit als Skulpturen- und Installationskünstlerin.

Kyong hat an der Chung-Ang Universität in Seoul Kunst studiert und wurde schon mehrmals für internationale Atelier-Aufenthalte eingeladen. Nun hofft die junge Frau hier auf inspirative Monate. «Ich habe mich bereits in der Umgebung umgesehen», sagt sie. Eine besondere Faszination übt – wie könnte es anders sein? – die Aare aus. Wer weiss, welche Fabelwesen in den nächsten Monaten am Aareufer entstehen werden...

 

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